Sie sind Hausgenossen, beste Freunde, Weggefährten - Haustiere haben für viele Menschen einen hohen Stellenwert.
Tiergottesdienste
Wenn Tiere in die Kirche kommen
Ein Tiergottesdienst ist ein regulärer Gottesdienst, bei dem Haustiere ausdrücklich willkommen sind. Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen — manchmal sogar Vögel oder Schildkröten — nehmen mit ihren Besitzerinnen und Besitzern am Gottesdienst teil. Im Mittelpunkt steht Dankbarkeit für die Schöpfung und oft ein Segen für die Tiere. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) unterstützt das Format.
Theologisch knüpft das an die Schöpfungstheologie an: Tiere sind Teil von Gottes Schöpfung. Sie in den Gottesdienst einzubeziehen unterstreicht diesen Gedanken auf lebendige Weise. Gleichzeitig regen solche Gottesdienste echte Diskussionen an — über das Verhältnis von Mensch und Tier, über artgerechte Haltung und bewussten Konsum.
Wann finden Tiergottesdienste statt?
In Bayern finden Tiergottesdienste häufig zu bestimmten Anlässen statt. Besonders beliebt sind:
- Erntedank (erster Sonntag im Oktober) — der klassische Termin, an dem Schöpfung und Natur gefeiert werden; nach evangelischem Brauch immer am ersten Sonntag nach dem Michaelistag (29. September)
- Gedenktag des hl. Franziskus (4. Oktober) — obwohl franziskanisch geprägt, greifen auch evangelische Gemeinden diesen Anlass gerne auf
- Familiensonntage oder Kindergottesdienste — als besonderes Erlebnis für Kinder
- Frühjahrsgottesdienste — als Fest des Neubeginns und der erwachenden Natur
Konkrete Gemeinden in Bayern
Tiergottesdienste finden in unter anderem regelmäßig Erlangen, München, Nürnberg, Rögling und Memmingen statt — sie sind eine lebendige Initiative einzelner Pfarrerinnen und Pfarrer. Über den Veranstaltungskalender der ELKB lässt sich gezielt nach Ort und Umkreis für Gottesdienste suchen. Alternativ direkt die Gemeindewebsite aufrufen oder beim Pfarramt anrufen. Vorab bei der Gemeinde anmelden oder nachfragen. Manche Kirchen begrenzen die Teilnehmerzahl oder bitten, bestimmte Tiere draußen zu lassen — etwa bei bekannten Allergien in der Gemeinde.
Tipps für Tierbesitzer
- Vorher üben: Prüfen, ob das Tier ruhig in einer fremden Umgebung bleibt. Kirchenräume können für sensible Tiere aufregend sein.
- Leine und Transportbox: Hunde an der Leine, kleinere Tiere sicher in einer Box oder einem Korb. Das schützt alle Beteiligten.
- Wasser mitbringen: Besonders bei Wärme brauchen Tiere Zugang zu Wasser. Eine kleine Schüssel im Rucksack ist ideal.
- Für Missgeschicke vorbereiten: Tüten und Tücher einpacken. In der Regel überschaut die Gemeinde solche Momente mit Humor — vorbereitet sein ist trotzdem besser.
08.04.2026
ELKB