Twittergottesdienst

Interaktiv in der Kirche

Twittergottesdienst

#Twigo: Der Twittergottesdienst vom 26. Mai 2017 in der Magdeburger Wallonerkirche.

Bild: Christian Reinhard

Mit dem Smartphone in der Kirche sitzen? Für viele ist das ungewohnt. Bei Twittergottesdiensten ist das normal, auch wenn die Form immer noch ein Experiment ist.

Die bayerische Landeskirche beteiligte sich im Mai 2017 beim Twittergottesdienst im Rahmen des Kirchentags auf dem Weg in Magdeburg. Pfarrer Ralf Peter Reimann (EKiR) und Pfarrer Christoph Breit von der Projektstelle „Social Media“ der ELKB moderierten und predigten im Gottesdienst, Menschen in der Magdeburger Wallonerkirche und an anderen Orten beteiligten sich an Gebet und Predigt via Twitter.

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Damit das möglich ist, muss für einen Twittergottesdienst anderes organisiert werden als für einen „normalen“ Gottesdienst. In den Kirchenraum mit Altar, Kerzen, Sitzgelegenheiten und Stille kommt eine Social-Media-Wall, also eine Videowand, auf der alle Beiträge zum Gottesdienst erscheinen. Auch müssen alle Teile, Beiträge und Texte  des Gottesdienstes vertwittert werden, und – das war neu in Magdeburg – die Beiträge der Gottesdienstbesucher ohne Smartphone müssen auf Karten eingesammelt und ebenfalls auf Twitter gepostet werden. Eine Arbeit  im Hintergrund, die in Magdeburg von vier Redakteurinnen  und einer Konfirmandengruppe erledigt wurde.

Twittergottesdienst

Die Social-Media-Wall füllte sich mit Beiträgen.

Bild: ELKB

Auch der Musik kommt in einem Twittergottesdienst eine größere Rolle zu, sorgt sie doch für die notwendige Zeit, um auf biblische Impulse und Beiträge anderer reagieren zu können. Die  Band „Riot of Color“ aus Hamburg erledigte diese Aufgabe bravourös.

Herausgekommen ist eine Stunde Gottesdienst mit viel Beteiligung, berührenden Momenten und vielen guten Gedanken, eine Form, die in Zukunft sicher weiter ausprobiert und hoffentlich bald zum normalen Angebot von Kirche wird.


16.11.2017 / Christoph Breit