Jugendgottesdienst

In der Sprache der Jugendlichen

Jugendgottesdienst

Jugendliche gestalten, wie hier bei LUX in Nürnberg, selbst ihre Kirche.

Bild: LUX

In den drei Jugendkirchen in Bayern werden Gottesdienste gefeiert, die von jungen Menschen für junge Menschen entwickelt werden. Sie leben ihren Glauben in ihrer Sprache.

„Ich bin da zufällig reingeraten und es hat mir echt gut getan, aber jugendlich war das doch nicht. Da war gar keine Action.“ Jugend ist gleichbedeutend mit Action im Gottesdienst? Wie muss denn ein Jugendgottesdienst sein, damit Jugendliche kommen? Im regulären Sonntagsgottesdienst sind sie nach der Konfirmation zugegebenermaßen seltene Gäste.

Jugendliche lassen sich begeistern

In drei offiziellen Jugendkirchen in Bayern arbeiten Menschen mit Jugendlichen gemeinsam daran, Gottesdienste zu entwickeln und zu feiern, Gemeinschaft zu leben und zu gestalten. LUX in Nürnberg, luv in Lindau und die Rogatekirche in München sind speziell auf ein jugendliches Klientel ausgerichtet.

Dazu kommen viele Jugendkirchen, die sich innerhalb bestehender Gemeinden auf den Weg gemacht haben, Jugendgottesdienste in Gemeinden und Dekanaten anzubieten – kurz: Jugendgottesdienste werden überall da gefeiert, wo sich Jugendliche begeistern lassen, gemeinsam ihrem Glauben Ausdruck zu verleihen.

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Vielfalt im Gottesdienst

Und das sieht dann eben auch ganz unterschiedlich aus. Entscheidend ist, dass Jugendliche selbst die Themen setzen, ihre Musik und ihre Ideen einbringen und den Gottesdienst selbst mit gestalten. Das gehörte bei LUX – Junge Kirche Nürnberg von Anfang an zum Konzept: Jugendliche gestalten selbst ihre Kirche. Das begann bei der Sanierung der Kirche und setzt sich konsequent fort in der Gestaltung der Community, der Gemeinschaft, die die Jugendlichen dort erfahren.

Die wöchentlichen Gottesdienste sind dabei vielfältig:

  • Jugendkulturgottesdienste, die sich mit jugendkulturprägenden Themen auseinandersetzen, wie zum Beispiel Fersehformate, Filme, Multimedia und Internet
  • Taizéliturgien, viel singen, Stille, Gebet und Bibellesungen
  • Andachtsformen wie der Lichtring
  • Konzertgottesdienste
  • kulinarische Gottesdienste, wie z.B. ein Brunchgottesdienst
  • meditativ-kreative Gottesdienste
  • dazu weitere Formen wie Pilgergottesdienste, „Chillen mit Gott“, Waldweihnacht etc.

Lebenswelten entdecken

Die frohe Botschaft, der christliche Inhalt ist der gleiche wie sonst auch in der Kirche; im Grund wird der Zuspruch der Bibel lediglich in die Sprache von Jugendlichen übertragen, die Geschichten und Themen, die angesprochen werden, sind in der Lebenswelt der Jugendlichen vorhanden und werden gemeinsam entdeckt.

Begleitet werden die Gottesdienste häufig von Bands oder Gospelchören, mit Musik, die im alltäglichen Leben dazugehört und dem Lebensgefühl Jugendlicher gewöhnlich mehr entspricht als die Orgel.

Jugendgottesdienste gelingen da, wo Jugendliche selbst sich ernst genommen fühlen, wo sie selbst mitbestimmen und mitgestalten können. Was sie in evangelischer Jugendarbeit im Allgemeinen erleben, möchten sie auch im Gottesdienst einsetzen: Mitbestimmung und Mitgestaltung.


06.02.2018 / Norbert Ehrensperger
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